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Nasometer II 6400 bzw. Nasal View

‚Objektive' sprachtherapeutische Analysemethode

Methodisches Vorgehen: Das Nasal View (AWAN 1997) oder das Nasometer II 6400 (FLETCHER 1979) besteht aus einem Headset mit Mikrofonen für Mund und Nase durch eine leichte Trennplatte aus Styrene voneinander abgeschirmt.

 

 Nasometer II in itu
Abb. 7: Nasometer II in situ (Quelle: ......)

Die zugehörige Software läuft mit einer konventionellen Soundkarte unter dem Betriebssystem Windows/Microsoft auf einem herkömmlichen PC.
Mittels getrennter Messung von oralem und nasalem Schallsignal erfolgt eine Berechnung der Nasalanz. Diese berechnet sich wie folgt:

 

 

Die nasalen bzw. oralen Signale werden innerhalb des kompletten Frequenzganges analysiert und können einzeln oder als Ausschnitte bearbeitet oder wiedergegeben werden. Auf der Bildschirmoberfläche wird das orale und das nasale Oszillogramm (Amplitude-Zeit-Kurve) zusammen mit einer Nasalanzkurve und Nasalanzstatistiken angezeigt.


 
Abb. 8.: Programmoberfläche der NasalView-Software

Es wird der modifizierte Heidelberger Rhinophoniebogen (HEPPT u.a. 1991, STELLZIG 1994) verwendet und durch das Leipogramm ohne Nasallaute "Der Wald" (BRESSMANN 1999) ergänzt.

 

links: Modifizierter Heidelberger  Rhinophoniebogen                       
rechts: "Der Wald", ein Leipogramm ohne Nasallaute (nachBRESSMANN 1999)

Es konnte belegt werden, dass sich der Grad der Validität der Untersuchung nicht verringert, wenn in einer Kurzform nur die Sätze "Peter spielt auf der Strasse" und "Nenne meine Mama Mimi" nachgesprochen werden (BRESSMANN 1999).

Die beiden Maße ‚Nasalance Distance' und ‚Nasalance Ratio' repräsentieren die individuelle Spannweite für die maximale und minimale Nasalanz eines Menschen. Sie werden statt Standardabweichung zur Verbesserung der Untersuchungsreliabilität angewendet und sind besonders hilfreich zur Einordnung von problematischen Fällen (BRESSMANN 1999). Sie berechnen sich wie folgt:

 

Nasalance Distance = maximale Nasalanz — minimale Nasalanz
Nasalance Ratio      = minimale Nasalanz / maximale Nasalanz

Das NasalView bzw. das Nasometer II 6400 stellt eine valides klinisches Instrument zur objektiven Analyse pathologischer nasaler Resonanz dar, jedoch sollten die Nasalanzdaten die Ergebnisse einer genauen perzeptiven Analyse nicht ersetzen (BRESSMANN 1999).

 

Ziel der Untersuchung: Differenzierung von pathologischer Nasalität von physiologischer nasaler Resonanz mit hoher Sensitivität und Spezifität (BRESSMANN 1999).

Quelle: Neumann, S. (2002): Rhinophonie und LKGS-Fehlbildung: Diagnostik, Prävention und Evaluation. In: Grohnfeldt, M.: Lehrbuch der Sprachheilpädagogik und Logopädie, Bd.3, Stuttgart: Kohlhammer

 Hier finden Sie einen link zu einem englisch-sprachigen Tutorial  zum Einsatz des Nasometers (nicht ganz wissenschaftlich, aber informativ).