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Video-Nasopharyngoskopie (Nasendoskopie)

‚Objektive' sprachtherapeutische Analysemethode

Methodisches Vorgehen:
Ein flexibles Endoskop (Fiberglasoptik) wird in ein Nasenloch eingeführt und oberhalb des Velums positioniert.

 Flexibles Endoskop mit Fiberglasoptik

Abb. 6: Flexibles Endoskop mit Fiberglasoptik (aus: www.ediscio.de/lernkarten/20033)


Per Videoaufnahme werden nun Bilder des velopharyngealen Sphinkters (VPA) aufgezeichnet. Folgende Punkte werden zudem berücksichtigt:

  • Form und Größe der Adenoide,
  • Form Länge und Motilität des Velums,
  • Form Motilität der lateralen Pharynxwände und des Passavant´schen Wulstes.

Die Beurteilung des velopharyngealen Abschlusses (VPA) erfolgt auf supravelarer, infravelarer und laryngealer Ebene aus anatomisch-morphologischen, funktionellen (Schlucken) und funktionell-artikulatorischen Gesichtspunkten (BRESSMANN 1999, EGGELING 1983, WOHLLEBEN 1997).
Bei der Diskussion um eine Velopharynxplastik (ANDRÄ & NEUMANN 1996, PETERSON-FALZONE et al. 32001) kann diese Methode wertvolle Hinweise zur Indikation, Art der Operation und der Erfolgswahrscheinlichkeit liefern, da sie die Verschlussart des VPA ermittelt (HEMPRICH 1992).

 Hier finden Sie einen link zu einer nasendoskopischen Untersuchung bei einem 5jährigen Jungen mit VPI.

 

Bei der artikulatorischen Analyse per Endoskop wird der Ort der rückverlagerten Artikulation im Mesopharynx und am Larynx sichtbar und muss systematisch transkribiert werden. Diese Analyse erweist sich auf Einzellautebene als aussagekräftiges objektives Verfahren. Auf Wortebene gilt dies nur bedingt. In der Spontansprache kann die artikulatorische Muskelbewegung aufgrund ihrer Komplexität und Geschwindigkeit nicht zu segmentierbaren Lauten zugeordnet werden. Testbögen auf Laut-, Silben- und Wortebene sind zu finden bei HEMPRICH1989, EGGELING 1983 und WOHLLEBEN 1997.


Achtung! Ein physiologischer Velopharyngealer Abschluss (VPA) beim Schluckakt lässt nicht auf einen unauffälligen VPA bei der Artikulation rückschließen (HEMPRICH 1989!)

Vorteile: Durch die transnasale Endoskopie entsteht nur eine geringe Belastung des Zu-Untersuchenden. Die Artikulation wird nicht irritiert. Die Lautrealisation kann durch die Videoaufnahme exakt abgebildet und protokolliert werden.
Im Therapiebereich kann das flexible Nasendoskop sehr erfolgreich als Video-Feedback-Therapie bei Hypernasalität und rückverlagerter Artikulation bei Erwachsenen mit LKGS eingesetzt werden (BRUNNER u.a. 1994, WITZEL et al. 1989, s. THERAPIE).

Ziel der Untersuchung: Objektivierende HNO-ärztliche/phoniatrische Untersuchung, Dokumentation des velopharyngealen Sphinkters und seiner evtl. Dysfunktion, Darstellung und Klassifikation der rückverlagerten Artikulation bei Menschen mit LKGS-Spalte.

Quelle: Neumann, S. (2002): Rhinophonie und LKGS-Fehlbildung: Diagnostik, Prävention und Evaluation. In: Grohnfeldt, M.: Lehrbuch der Sprachheilpädagogik und Logopädie, Bd.3, Stuttgart: Kohlhammer