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Orofaziale Dyskinesien

Atmen, Saugen, Kauen und Schlucken
"Bei Kindern mit einer LKGS- Fehlbildung ist das orofaziale Muskelgleichgewicht schon von der Entstehung der Fehlbildung in der 7.-12. Fetalwoche an durch die skelettale Anomalie des Kiefers, Gaumens, Segels und der inneren wie äußeren Nase gestört und infolgedessen auch die primären Funktionen" (NEUMANN 2000).

Mundatmung
Durch den nicht vereinigten M. orbicularis oris und dessen fehlende Innervation wird eine Mundatmung angeregt, die sich habituell verfestigen kann. Eine zu kurze und vernarbte Oberlippe kann den natürlichen Mundschluss verhindern.

Kind mit offener Mundhaltung
Abb. 1: Kind mit offener Mundhaltung nach Lippen- OP

Diese kann wiederum eine falsche kaudale Zungenruhelage und ein Zungenpressen/Tongue Thrust begünstigen, die physiologische costo- abdominale Atmung beeinträchtigen und eine Clavicularatmung auslösen, welche sich negativ auf die Sprechatmung des Kindes auswirken und zu Stimmstörungen führen kann (GIEL/TILLMANNS-KARUS 1999).

Gestörte Zungenruhelage
Die Zungenruhelage kann bei Kindern mit LKGSF in dreifacher Hinsicht gestört sein:

  • die Zunge verlagert sich reflektorisch nach rückwärts in die Fehlbildung, um einen behelfsmäßigen Abschluss zu erreichen;
  • sie liegt kaudal am Mundboden oder
  • orientiert sich habituell interdental oder addental, indem sie sich in die Lippenfehlbildung einlagert. Diese Lage kann auch nach den Primäroperationen habituell beibehalten werden (DIECKMANN 1996).
Zungenrückverlagerung
Abb. 2: Zungenrückverlagerung in die Fehlbildung hinein
(aus: Honigmann, K. (1998): Lippen- und Gaumenspalten. Verlag Hans Huber, 34)