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 Sprachtherapie

Sprachtherapie findet erst nach dem operativen Verschluss der Gaumen-Segel-Fehlbildung statt. Begonnen wird mit der Therapie frühestens wenn das Kind 1;6 Jahre alt ist. Oft beginnen Therapien jedoch wesentlich später. Man weiß heute jedoch, dass mit der Therapie möglichst früh begonnen werden sollte, bevor sich falsche Bewegungsmuster und Lautfehlbildungen einschleifen. Rät der behandelnde Arzt von einer frühen Therapie ab, holen sie am Besten noch andere Meinungen ein.
Sprachtherapie wird in der Regel durch einen Sprachtherapeuten oder Logopäden durchgeführt.
Sie kann in einer Praxis, einem Frühförderzentrum oder angeschlossen an eine Klinik stattfinden.
Da nicht alle Logopäden und Sprachtherapeuten  Therapie bei LKGSF durchführen ist es ratsam mit mehreren Praxen und Frühförderzentren in Kontakt zu treten. Häufig ist es hilfreich sich in Selbsthilfegruppen oder in Internetforen nach Erfahrungen mit verschiedenen Sprachtherapeuten zu erkundigen.
Hat das Kind in Verbindung mit der LKGSF noch ein Syndrom bietet es sich an, direkt ein Frühförderzentrum zu besuchen, da dort Sprachtherapeuten eng mit Krankengymnasten und Ergotherapeuten zusammenarbeiten.

Die Schwerpunkte der Sprachtherapie sind:

  • Herstellung einer möglichst physiologischen (der Norm entsprechenden) Muskeltätigkeit
  • Der Abbau muskulärer Dysfunktionen, welche das Sprechen erschweren (ab 2-3 Jahren) und
  • gezielte Lautanbahnung

Am Anfang der Behandlung steht oft das Trainieren des richtigen Schluckmusters im Vordergrund der Therapie da diese die Grundvoraussetzung für alle weiteren Schritte ist.
Darauf folgt eine Arbeit an der Muskelspannung im Bereich der Sprechorgane.
Übungen zur Muskelspannung in Lippen, Zunge und Gaumen haben das Ziel dem Kind bis zum Schuleintritt zu einer möglicht unauffälligen Sprechweise zu verhelfen.

In der Therapiesituation ist ihr Kind in der Regel (mit Ausnahme der ersten Sitzungen) mit der SprachtherapeutIn alleine. In den letzten 10 Minuten der Therapieeinheit werden die Eltern meist in den Therapieraum gebeten. Die TherapeutIn bespricht dann mit Ihnen, was die Inhalte der Stunden waren und gibt häufig auch Anregungen für Übungen, die Sie zu Hause mit Ihrem Kind durchführen können. Oftmals können die Eltern auch der Therapiesitzung beiwohnen.

Alle Übungen sind spielerisch und dem Entwicklungsstand des Kindes angepasst. Gerade bei kleinen Kindern wird sehr ganzkörperorientiert mit Bewegungsspielen, An- und Entspannung gearbeitet. So werden zum Beispiel von Kind und TherapeutIn wechselseitig Bewegungen mit Lippen und Zunge vorgegeben, die der jeweils Andere imitieren soll.
Das Kind soll gerne in die Therapie kommen und sich wohl fühlen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie ihr Kind auch zu Hause nicht überfordern oder es zu Übungen drängen. Am besten werden kurze Einheiten spielerisch in den Tagesablauf integriert. Machen sie die Übungen gemeinsam mit dem Kind und vermeiden Sie künstliche Übungssituationen.

Literatur:
1.) Regina Masaracchia: Gespaltene Gefühle, 2005
2.) Sandra Neumann: Frühförderung bei Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Segel-
     Fehlbildung, 2000
3.) Wohlleben, In: Gerhard Böhme: Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, 1998