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Nasalität

Unter Nasalität versteht man den nasalen Beiklang der Sprache, das heißt die Mitresonanz von oberem Rachen und Nasenhöhle.

Bei Nasalität handelt es sich immer um eine erwünschte Nasenresonanz, während das Näseln (Rhinophonie) bei LKGSF-Betroffene als pathologische Veränderung des Stimmklanges zu sehen ist.

Der durch die LKGS-Spalte verhinderte Abschluss des Mund-Nasen-Rachenraumes führt oft zu einem hypernasalen Stimmklang, d.h. es entweicht beim Sprechen zu viel Luft durch die Nase. Das betrifft alle Selbstlaute (Vokale).

Zusätzlich kann ein „nasaler Durchschlag" beim Sprechen von Mitlauten (Konsonanten) zu hören sein, der ähnlich wie ein „Windgeräusch" die Aussprache begleitet oder sogar manche Laute vollständig ersetzt. Das Sprechen wird oft von deutlichen mimischen Mitbewegungen und /oder Zusatzgeräuschen z.B. „Schnorcheln" begleitet.

Die Diagnostik der Pathonasalität erfolgt im Rahmen der Velopharyngeale Funktionsdiagnostik durch:

  1. Inspektion des Gaumensegels
    - Untersuchung der anatomischen Gegebenheiten des harten und
      weichen Gaumens
    - Phonation auf [i] bei gleichzeitigem Herausstrecken der Zunge
  2. Auditive Beurteilung des Stimmklangs
    - Nachsprechen ausgewählter Silben, Wörter und Sätze
  3. Hauchspiegelprobe nach Czermak
    - kalter Spiegel oder Metallplatte wird zwischen Nase und Oberlippe des
      Kindes gehalten
    - Nachsprechen von Lauten, Silben oder Wörtern
    - je nach Beschlag des Spiegels beim Ausatmen, Hinweis auf Pathonasalität
  4. A - I Probe nach Gutzmann
    - orientierte Untersuchung zwischen offenem und geschlossenem Näseln
    - die Vokale [a] und [i] werden vom Kind nacheinander gesprochen und
      die Nasenflügel abwechselnd auf und zu gehalten
  5. Phonendoskop (Nasenhörrohr) nach Gutzmann
    - Diagnostik zur Überprüfung der Nasalitätsform
    - ein Ende eines langen Gummischlauchs wird in die Nase des Kindes
      eingeführt
    - das andere Ende des Gummischlauchs wird an das Ohr des Untersuchers
      gehalten
    - das Kind spricht ausgewählte Silben
    - Unterscheidung zwischen Hypernasalität, offenem Näseln und
      Gaumensegellähmungen
  6. Versuch des Wangenblasens
    - Untersuchung des velopharyngealen Verschlusses mit Hilfe des
      Wangenaufblasens
    - Ansaugen mit und ohne Strohhalm
  7. Probe nach Schlesinger
    - Diagnostik eines offenen Näselns gegenüber einer organischen
      Gaumensegellähmung
    - erfolgt im Liegen
  8. Video - Nasopharyngoskopie (transnasale flexible Endoskopie)
    - Indikation: bei offenem Näseln
    - Schlauch mit einer winzigen Kamera in die Nase des Kindes eingeführt
    - durch Sprechen ausgewählter Wörter und Sätze wird die Funktions-
      fähigkeit des Gaumensegels überprüft
  9. Kopfdrehsymptom nach Nadoleczny
    - Diagnostik: Welche Seite des Gaumensegels ist gelähmt?
    - Beurteilung der Intensität des Näselns während der Kopf des Kindes
      nach rechts und links gedreht wird
  10. Nasometer
    - mittels zweier Mikrofone wird der Stimmklang aus Nase und Mund
      des Kindes aufgenommen
    - die Ergebnisse der Untersuchung werden mit Hilfe des Computers
      ausgewertet und dokumentiert