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Sprechen 

Stimmstörungen können bei Kindern mit LKGS-Fehlbildungen im gleichen Maße wie bei anderen Kindern auftreten. Durch LKGSF-typische Merkmale kann z.B. eine Überforderung der Stimmlippen entstehen. Bei der Bildung der Stimme zeigen sich Fehler wie, eine zu leise, verhauchte Stimme oder eine angespannte, zu laute Stimme. Es können sich Knötchen auf den Stimmlippen bilden, oder sich eine Heiserkeit entwickeln. Durch das Kompensieren der Luftflucht durch die Nase bauen die Kinder eine zu starke Sprechatemkraft auf, die sich wiederum ungünstig auf die Stimmlippen auswirkt. Sprechen die Kinder über einen längeren Zeitraum in diesem Maße, kommt es zu einer Heiserkeit, die chronisch werden kann.

Um das Luftentweichen durch die Nase zu verhindern versuchen die Kinder durch Verziehen des Gesichtes, wie z.B. Nase rümpfen, Anheben der Oberlippe oder Stirn runzeln, mit großer Muskelanspannung den Verschluss zu erzwingen. Der Resonanzraum der Nase soll verkleinert werden, was jedoch nicht gelingt. Das Grimassieren tritt meist bei Kindern auf, die schon hören, dass sie anders sprechen als andere. Länger währendes Grimassieren schleift sich schnell als konstante Verhaltensweise ein und lässt sich nur schwer therapieren.

Für Kinder mit LKGS-Spalte typisch ist die kompensatorische Lautersetzung. Laute, die am Gaumen und Gaumensegel gebildet werden können diese Kinder nicht aussprechen. Diese Laute werden durch Geräusche ersetzt, die im Deutschen nicht als Laute vorkommen. Kinder mit einer Fehlbildung am Gaumen und/oder-Segel verlagern die Bildung der Laute nach hinten in den Gaumensegel-, Rachen- oder Kehlbereich. Man nennt dies eine "Rückverlagerung der Laute". 
 

 Rückverlagerte Artikulation
Abb. 21: Rückverlagerte Artikulation


Das Sprechen von rückverlagerten Lauten ist eine eingeschliffene Angewohnheit. Diese ist nur sehr schwer zu ändern und positiv zu beeinflussen. Es bedarf einer lange dauernden Sprachtherapie, die Gewohnheit muss durchbrochen und dem Kind ein neues Gefühl für seinen Mundinnenraum gegeben werden.

Um die Körperwahrnehmung, besonders der Berührungsempfindlichkeit im Mund- Gesichtsbereich zu fördern können Sie mit ihrem Kind Übungen durchführen, die die richtigen Sprechbewegungen anregen und die Sprechwerkzeuge aufeinander abstimmen.


Fördermöglichkeiten und Spielanregungen siehe:
Neumann, S. (2002): LKGS-Spalten, Ein Ratgeber für Eltern. Idstein