| Therapeuten | Feedb@ck | Sitemap | Impressum |
   

Entstehung

LKGS-Fehlbildungen entstehen im Mutterleib zwischen der 5. bis 12. Embryonal-woche.
Dabei muss zwischen Lippen-, Kiefer- und isolierten Gaumenfehlbildungen unterschieden werden. Eine Gaumenspalte ist nämlich genetisch gesehen nicht nur eine kleinere Form der LKGS-Spalte, sondern eine eigenständige Fehlbildung.

Wie entsteht unser Gesicht?

Bei der Entstehung des menschlichen Kopfes wachsen fünf Gesichtswülste aufeinander zu um sich vorne im Gesichtsbereich zu vereinigen und zusammenzuwachsen (s. Abb. 1).

 

Die fünf Gesichtswülste in der zeitlichen embryonalen Entstehung

Abb 1: Die fünf Gesichtswülste in der zeitlichen embryonalen Entstehung, aus: T.W. Sadler: Medizinische Embryologie, S.342/343, Thieme 1998


Dabei verschmelzen die seitlichen Oberkieferwülste mit dem seitlichen und mittlerem Nasenwulst und bilden somit die Grundlage für Oberlippe und Nase.

Dies geschieht, indem Mesenchym (mittleres Keimblatt) in die Furchen zwischen die Gesichtswülste hineinwächst und diese auffüllt.

In der 5. Schwangerschaftswoche entsteht so die Oberlippe, in der  6.-7. Woche der Oberkieferbogen und von der 9.- 12. Woche verwachsen auch die tieferen Ebenen des harten Gaumens und des Gaumensegels. Der Ablauf entspricht hierbei der Vorstellung eines „Reißverschlusses", welchen man von vorne (Kiefer) bis nach hinten (Zäpfchen) zuzieht.

Parallel hierzu bildet sich auch die innere Nase mit ihren zwei Haupthöhlen aus, indem das knöcherne Pflugscharbein (Vomer) mit der Nasenscheidewand (Septum) von oben nach unten wächst, die Nasenhöhle teilt und mit dem harten Gaumen im rechten Winkel verschmilzt.

 

Wie entstehen LKGS-Fehlbildungen?

LKGS-Fehlbildungen entstehen durch ein Hemmung dieses Wachstumsablaufes, besonders in dem Zusammenwachsen der Gesichtswülste. Das heißt, LKGS-Spalten können nur entlang einer solchen Furche auftreten, aber natürlich mit unterschiedlichem Schweregrad.

Tritt jetzt eine Sauerstoffmangel beim werdenden Kind in den Stunden auf, in denen die Gesichtswülste miteinander verschmelzen, so können sich diese nicht vereinigen und eine LKGS- oder GS-Spalte entsteht. Dieser Vorgang ist genetisch auf einen Zeitraum festgelegt und kann daher nicht nachgeholt werden. Welche Formen von LKGS-Fehlbildungen nun auftreten können sehen Sie unter Erscheinungsbild

Ausführliche Informationen zur Entstehung/Embryologie finden Sie in HONIGMANN 1998.